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Ratgeber Morbus Parkinson

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Morbus Parkinson
Diagnose von Morbus Parkinson

Neben einem ausführlichen Gespräch zwischen Arzt und Patient, werden zur Diagnose von Morbus Parkinson auch bestimmte medizinische Untersuchungen durchgeführt. Aufgrund der recht spezifischen Symptome kann der Arzt die Erkrankung i. d. R. schnell erkennen. Die Unterteilung in ein idiopathisches und ein nicht-idiopathisches Parkinson-Syndrom ist hingegen schwieriger. Beim idiopathischen Parkinson-Syndrom wird zur Diagnose häufig der Levodopa-Test angewandt, dieser gibt allerdings keine gesicherte Auskunft über eine mögliche Erkrankung. Um ein nicht-idiopathisches Parkinson-Syndrom zu diagnostizieren erfolgt ein ausführliches Anamnesegespräch, bei dem der Arzt z. B. nach Vorerkrankungen fragt.

Diagnose von Morbus Parkinson

Die Diagnose von Morbus Parkinson beinhaltet eine genaue Befragung des Patienten bzw. dessen Angehöriger. Zusätzlich werden medizinische Untersuchungen durchgeführt. In einem fortgeschrittenen Stadium sind die Symptome eines Morbus Parkinson so spezifisch und ausgeprägt, dass die Krankheit oft bereits auf den ersten Blick erkannt werden kann. Schwieriger ist eine Unterscheidung in ein idiopathisches und ein nicht-idiopathisches Parkinson-Syndrom, da die Symptome fast identisch sind.

Diagnose eines idiopathischen Parkinson-Syndroms

Kann der Arzt bei einer Untersuchung die typischen vier Symptome eines Morbus Parkinson, die Bewegungsverlangsamung (Bradykinese), das Zittern (Tremor), die Muskelsteifheit (Rigor) und die Störung der Halte- und Stellreflexe feststellen, ist dies bereits ein deutlicher Hinweis. Der Verdacht auf Morbus Parkinson wird erhärtet, wenn die Symptome zunächst nur auf einer Körperseite aufgetreten sind.

Ein Verfahren zur Diagnostizierung eines Morbus Parkinson ist die Durchführung eines Levodopa-Tests. Levodopa ist die Vorstufe von Dopamin, welches vorwiegend in der Substantia nigra gebildet wird und entsprechend bei Patienten mit Morbus Parkinson in geringerer Konzentration vorkommt. Beim Levodopa-Test wird den Patienten Levodopa verabreicht. Bessern sich daraufhin die typischen Symptome, gilt dies als Hinweis auf einen Morbus Parkinson. Eine gesicherte Diagnose kann mit diesem Test allerdings nicht erstellt werden.

Weitere Methoden, die bei der Diagnose eines Morbus Parkinson zum Einsatz kommen können, sind bildgebende Verfahren. Dies kann eine Magnetresonanztomographie (MRT), eine Computertomographie (CT), eine transkranielle Sonographie (eine Ultraschalluntersuchung durch den Schädelknochen) oder eine Positronen-Emissions-Tomographie (PET) sein.

Diagnose eines nicht-idiopathischen Parkinson-Syndroms

Ein nicht-idiopathisches Parkinson-Syndrom kann häufig durch die Anamnese, das Patientengespräch, von einer idiopathischen Form abgegrenzt werden. Hinweise für die Diagnose geben zum Beispiel Vorerkrankungen. So wird der Arzt unter anderem nach Kopfverletzungen fragen. Das gleiche gilt für Hirnentzündungen und bestimmte Vergiftungen. Auch häufige kleine Schlaganfälle können die Ursache eines Morbus Parkinson sein, insbesondere dann, wenn es nach dem Schlaganfall zu einer stufenweisen Verschlechterung gekommen ist. Auch für eine eventuelle Behandlung mit bestimmten Medikamenten zum Zeitpunkt des Auftretens erster Symptome wird sich der Arzt interessieren. Besteht ein begründeter Verdacht auf Morbus Parkinson, kann der Arzt eine CT des Schädels veranlassen. Mit dieser Methode können sowohl ein Hydrozephalus als auch Tumore als Ursache eines nicht-idiopathischen Parkinson-Syndroms diagnostiziert werden. Sind psychische Probleme wie Depressionen die Ursache, kommt es typischerweise zu einer zeitweisen Besserung der Symptome und zu beschwerdefreien Abschnitten im Leben der Patienten.

Gelegentlich tritt das Parkinson-Syndrom als Teil einer umfassenden Erkrankung des Hirns, der Multisystematrophie, auf. Dabei bestehen nicht nur Schäden des Mittelhirns, sondern auch des Kleinhirns und des autonomen Nervensystems. Weitere seltene Erkrankungen, die ein Parkinson-Syndrom umfassen, sind die supranukleäre Blickparese, die kortikobasale Degeneration, die Demenz vom Lewy-Körper-Typ und die spinocerebellären Atrophie.

Lydia Köper

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Die genaue Ursache für die Entstehung von Morbus Parkinson ist in den meisten Fällen bisher unbekannt. Parkinson-Syndrome ohne eindeutigen Auslöser werden deshalb als idiopathische Parkinson-Syndrome bezeichnet. Der Arzt unterscheidet verschiedene Formen des Krankheitsverlaufs. Bei den nicht-idiopathischen Parkinson-Syndromen hingegen kann die Ursache i. d. R. ausgemacht und in einigen Fällen auch behandelt werden. Neben Erkrankungen, wie z. B. Gefäß- oder Stoffwechselerkrankungen, können auch bestimmte Medikamente der Auslöser für die Symptome von Morbus Parkinson sein. Sowohl Männer als auch Frauen können an Morbus Parkinson erkranken, die Wahrscheinlichkeit nimmt dabei mit steigendem Alter zu.

 

Bei Morbus Parkinson handelt es sich um eine neurologische Erkrankung, bei der Nervenzellen in einem bestimmten Hirnareal, der Substantia nigra, absterben. Da diese Zellen Dopamin enthalten, kommt es in der Folge zu einem Mangel dieses Botenstoffs. Gekennzeichnet ist die Erkrankung durch vier Hauptsymptome. Zu Beginn der Erkrankung kann es bei den Betroffenen häufig zu einer Bewegungsverlangsamung kommen, mit der Sprech- und Schluckstörungen einhergehen können. Des Weiteren gehören Muskelversteifung, Zittern und Störungen der Halte- und Stellreflexe zu den Symptomen von Morbus Parkinson. Darüber hinaus können weitere Begleitsymptome, wie z. B. Schlaf- oder Blasenfunktionsstörungen auftreten.

 

Therapie Morbus Parkinson

Bei der Therapie eines Morbus Parkinson kommt es zunächst darauf an, ob der Betroffene an einem idiopathischen oder einem nicht-idiopathischen Parkinson-Syndrom leidet. Beim idiopathischen Parkinson-Syndrom erhält der Patient i. d. R. Medikamente, die den durch die Erkrankung ausgelösten Dopamin-Mangel ausgleichen sollen. Mit dieser medikamentösen Therapie sollte möglichst früh begonnen werden. Befindet sich die Erkrankung bereits in einem fortgeschrittenen Stadium stellt die Tiefe Hirnstimulation eine Option dar, bei der sich der Patient einer Operation unterzieht. Beim nicht-idiopathischen Parkinson-Syndrom wird vorwiegend die ursächliche Krankheit behandelt, da dies in den meisten Fällen zu einem Rückgang der Parkinson-Symptome führt.