Was ist Morbus Parkinson?
Morbus Parkinson, umgangssprachlich auch als Parkinson-Krankheit bezeichnet, ist eine neurologische Erkrankung, also eine Erkrankung des Nervensystems. Bei Morbus Parkinson sterben Zellen einer bestimmten Hirnstruktur, der Substantia nigra, ab. Morbus Parkinson zählt somit zu den degenerativen Erkrankungen, die durch eine Rückbildung bestimmter Strukturen oder Organe gekennzeichnet ist. Im Jahre 1817 beschrieb James Parkinson erstmals die Symptome der Krankheit, die er als eine Schüttellähmung bezeichnete. Später wurde die Krankheit dann nach ihm zum Morbus Parkinson umbenannt.
Symptome eines Morbus Parkinson
Der Morbus Parkinson wurde früher auch als Schüttellähmung bezeichnet. Dieser Begriff beschreibt bereits einen Teil der Symptomatik. Beim Morbus Parkinson treten vier Hauptsymptome auf, eine Bewegungsverlangsamung (Bradykinese), eine Muskelversteifung (Rigor), ein Zittern (Tremor) und eine Störung der Halte- und Stellreflexe (posturale Instabilität). Daneben können verschiedene Begleitsymptome ausgeprägt sein.
Hauptsymptome
Das erste Anzeichen eines Morbus Parkinson kann die auftretende Bewegungsverlangsamung sein. Wie genau sie sich zu Beginn äußert, kann sehr unterschiedlich sein. Beim Fortschreiten eines Morbus Parkinson fällt auf, dass willkürliche Bewegungen wie Gehen oder Aufstehen nur noch verlangsamt durchgeführt werden können. Die Haltung eines Parkinson-Patienten wird zunehmend gebeugter und der Gang kleinschrittiger. Gestik und Mimik nehmen ab, auch Sprechstörungen können auftreten. Schluckstörungen bereiten Probleme beim Essen und sorgen für ein vermehrtes Speicheln.
Der Begriff Schüttellähmung ist für einen Morbus Parkinson eigentlich nicht korrekt, weil es sich dabei nicht um eine Lähmung, sondern genau genommen um eine Muskelversteifung, einen so genannten Rigor, handelt. Die Kraft der Muskeln ist beim Morbus Parkinson voll erhalten. Der Rigor zeigt sich in der Regel zunächst einseitig an der Schulter- oder Nackenmuskulatur.
Auch das Zittern tritt bei Morbus Parkinson in den meisten Fällen zunächst einseitig auf. Anfangs ist es nur im Ruhezustand vorhanden, es entwickelt sich aber nach und nach zu einem Dauerzustand. Nur im Schlaf oder während einer Bewegung verschwinden die Symptome eines Morbus Parkinson. Das Zittern ist langsam und rhythmisch.
Beim Morbus Parkinson sind zudem die Halte- und Stellreflexe gestört. Sie gehören zu den unwillkürlichen Bewegungen und Mechanismen, die durch einen Reiz automatisch ausgelöst werden. Fehlen diese Reflexe, kommt es zu einer Gangunsicherheit und einer erhöhten Sturzneigung.
Begleitsymptome
Als Begleitsymptom eines Morbus Parkinson kann eine Verschlechterung des Geruchssinns auftreten, die häufig lange vor dem Erscheinen von Bewegungsstörungen einsetzt. Auch eine Depression und eine Demenz können im Rahmen eines Morbus Parkinson vorkommen. Eine beeinträchtigte Blasenfunktion, Darmfunktionsstörungen und Potenzprobleme können ebenfalls mit einem Morbus Parkinson einhergehen. Eine übermäßige Talgproduktion vor allem im Gesicht kann ein kosmetisches Problem darstellen. Durch die Muskelsteife kommt es zu Muskel-, Gelenks- und diffusen Schmerzen. Bei 75 % der Betroffenen eines Morbus Parkinson treten im Verlauf der Erkrankung Schlafstörungen auf.
Lydia Köper